Somalikatze

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Du suchst Informationen über Somalikatzen? Alles wichtige über die Somalikatze kannst du auf dieser Seite nachlesen!

Da Züchter am besten über ihre Katzenrassen Bescheid wissen, habe ich ein Interview mit einer Somali Züchterin geführt. Ich hoffe, damit werden dir alle wichtigen Informationen über die Somalikatze nähergebracht, falls du dich für die Somali interessierst.

Interview mit Nicole Beranek, Shaburra`s Somalis

Züchterinformationen:

Shaburra`s Somalis

Nicole Beranek

www.shaburras.de

E-Mail: info@shaburras.de

Tel. 09261/ 308353

Wie lange züchten sie schon Somali Katzen und was hat Sie dazu bewegt?

Wir sind noch eine sehr junge Somalizucht, unseren ersten Wurf hatten wir im Frühjahr 2012, im Moment wuselt unser B-Wurf durchs Haus. Aber zukünftig werden wir wohl 2-3 Würfe im Jahr groß ziehen dürfen.

Ganz klar ist die Liebe zu den Katzen der ausschlaggebende Punkt gewesen dann auch Katzen zu züchten, natürlich im Besonderen die Faszination, die die Somali auf mich ausübt. Ich hatte schon immer Katzen und im Vorfeld auch schon verschiedene Rassekatzen (Heilige Birma, Norwegische Waldkatze), aber als dann im Jahr 2000 mein erster Somalikater bei mir einzog, war für mich klar: Einmal Somali, immer Somali. Als ich plötzlich dank verschiedener Internetforen viele Kontakte zu anderen Somalizüchtern und auch zu Züchtern anderer Rassen hatte (wir haben hier vor Ort einen Katzenstammtisch), reifte dann immer mehr die Idee und der Wunsch mich mehr mit dieser Rasse zu beschäftigen und selbst diese wunderschöne Rasse zu züchten. Was ich nun auch mit der Hilfe meines Mannes in die Tat umsetzen kann.

Wie würden Sie die Somalikatze allgemein beschreiben?

Somalikatze Mojanas Giorgio Armani Somalikatze "Mojanas Giorgio Armani".

Die Somali ist eine mittelgroße Katze, wobei die Kater deutlich größer und kräftiger sind. Alles in allem ist sie eine unwahrscheinlich geschmeidige und graziöse Katze mit mittellangem Haarkleid.

Über die genaue Entstehung der Somali ranken sich so einige Geschichten. Ganz klar ist jedoch eines: Sie ist ein „Zufallsprodukt“ der kurzhaarigen Abessinierkatze, die eine der ältesten Katzenrassen überhaupt ist.

Die Somali ist noch eine relativ junge Rasse, denn 1972 fiel der erste reine Somaliwurf in der Katzenzucht und erst 1974 erhielt die Rasse in den ersten amerikanischen Vereinen die Anerkennung. In Europa erkannte die FIFe die Somali sogar erst 1982 an.

Es gibt die Somali in vier Farben: wildfarben (ruddy) ist wohl die ursprünglichste Farbe, wildfarbene Somalis haben ein rotbraunes Fell mit schwarzem Ticking und schwarzem Aalstrich. Sorrel ist ein warmes Apricot mit leuchtend rotem Ticking, bei blauen Somalis ist das Fell hafermehlfarben mit stahlblauem Ticking und bei fawnfarbenen Somalis ist das Haar hellcremefarben mit beigem Ticking. Alle vier Grundfarben gibt es auch in Silberform: Dort ist die Grundfarbe, sowie das Unterhaar ein reines Silberweiß.

Somalikatze Be my Sunshine Somalikatze "Shaburra`s Be my Sunshine".

Was ist das Faszinierende an Somalikatzen, also was macht diese Katzenrasse so einzigartig?

Vom Optischen her ist es natürlich die fast einzigartige Farbzeichnung: Denn das Fell einer Somali ist getickt, das heißt, das Fell zeigt eine auffällige Bänderung auf, sprich jedes einzelne Haar wird dabei farblich durch zwei oder drei dunkler und heller pigmentierte Bänder unterbrochen. Gerade eine wildfarbene Somali erinnert daher an die Farbe eines Wildkaninchens oder Pumas. Einzigartig ist auch der dunkle Aalstrich, der vom Kopf über den Rücken bis zur Schwanzspitze geht. So haben die Somalis einen richtigen „Wildlook“, den ich einfach nur faszinierend finde.

Somalikatze Mojanas Melody Somalikatze "Mojanas Melody".

Ich finde auch das ganze Gesicht und vor allem die Augen der Somali unheimlich ausdrucksstark. Es begeistert mich immer wieder aufs Neue, in die wunderschönen Mandelaugen meiner Katzen zu blicken.

Wie würden Sie das Wesen der Somalikatze beschreiben?

Neben dem „wilden Aussehen“ der Somali ist ihr Wesen, das was die meisten Leute letztendlich komplett bezaubert, wenn sie das Vergnügen haben, eine Somali persönlich kennenzulernen: Denn sie ist eine sehr verspielte, intelligente, lebhafte und vor allem sehr verschmuste, menschenbezogene und anhängliche Katze.

Sie ist ausgesprochen aktiv und wird, wenn man sie genügend fordert und Spieleinheiten anbietet bis ins hohe Alter so bleiben und nicht nur zur „Couchpotatoe“ mutieren. Bei allen Spieleinheiten liebt sie aber vor allem ihre Menschen absolut abgöttisch und lange Schmuseeinheiten sind an der Tagesordnung.

Sollte man hierfür zu beschäftigt sein, wird die Somali diese mit Sicherheit dann mit ihrem somalischen Charme einfordern zu wissen und zur Not eben die Computertastatur oder das Buch belagern, bis ihr Mensch schließlich für sie Zeit hat.

Somalikatze Maximus vom Zankelstein Somalikatze "Maximus vom Zankelstein".

Somalis sind zudem sehr, sehr neugierig und möchten wirklich an allem, was „ihre“ Menschen tun, teilhaben. Meine Somalis sind, egal was ich im Haushalt tue, immer mit dabei und verfolgen neugierig alles Neue und versuchen auch fleißig im Haushalt „mitzuhelfen“, wie ich das gerne bezeichne. Denn man schafft es wirklich nicht Wäsche zu falten oder einen Einkaufskorb auszupacken, ohne das eine der „Herrschaften“ daneben oder mittendrin sitzt.

Meine Somalis haben es tatsächlich schon geschafft, überzeugte „Katzenfeinde“ plötzlich zu Katzenliebhabern umzupolen (so passiert bei meinem Schwiegervater). Ich denke, fast jeder der einmal sein Bett und Couch mit einer Somali teilen durfte/ konnte wird mir zustimmen: Einmal Somali – immer Somali.

Was sollte jemand unbedingt wissen, der sich zwei Kitten oder auch erwachsene Katzen kaufen möchte? Gibt es Besonderheiten zu beachten? Sind sie für Anfänger geeignet?

Und nochmal Maximus vom Zankelstein Und nochmal "Maximus vom Zankelstein".

Da die Somali eine äußerst gesellige und verspielte Katze ist, sollte eine Somali wirklich nicht als Einzeltier gehalten werden. Selbst wenn „ihr“ Mensch viel zuhause ist, das ersetzt einfach nicht den vierbeinigen Spielgefährten. Daher bitte eine Somali immer mit einer weiteren Katze halten. Das muss nicht unbedingt eine Somali sein, auch mit einer „normalen“ Hauskatze wird eine Somali glücklich werden.

Wenn man pardout eine Somali in Einzelhaltung halten möchte, sollte man sich bei den Züchtern umschauen: hier suchen immer mal wieder erwachsene Tiere ein neues Zuhause, die, obwohl die Somali prinzipiell sehr sozial ist, oft nicht unbedingt mit Artgenossen glücklich wurden, sondern ihre Menschen lieber für sich alleine haben und daher einen Einzelplatz suchen.

Somalikitten vom A-Wurf Somalikitten vom A-Wurf: "Amaris", "Amicello" und "Ayana".

Ansonsten ist eine Somali auch durchaus für Anfänger geeignet. Es ist eben wichtig, das man sich entsprechend Zeit für sein neues Familienmitglied nimmt, sowohl für Streichel-, Schmuse- und Spieleinheiten.

Wenn dann noch diverse Klettermöglichkeiten (am liebsten mag die Somali Aussichtspunkte hoch oben) gegeben sind und evtl. sogar noch ein gesicherter Balkon, Terrasse oder sogar ein gesicherter Garten… dann wird eine Somali sicherlich sehr glücklich mit ihrem Menschen und der Mensch auch mit seiner Somali werden.

Worauf müssen Sie als Züchter achten, damit auch gesunde Kitten zur Welt kommen?

Somalikatze Almaros Amirah Somalikatze "Almaros Amirah".

Auch bei den Somalis gibt es (wie im übrigen bei fast allen Lebewesen) diverse Erbkrankheiten. Dies ist zum einen die Progressive Retina-Atrophie (kurz PRA genannt), hierbei handelt es sich um einen „Netzhautschwund“, der die Katze im fortgeschrittenen Zustand erblinden lässt. Ebenso gibt es den Pyrovatkinasemangel (PK-Defizienz), diese Krankheit führt zu einer speziellen Form der Anämie (Blutarmut).

Beide oben genannten Erkrankungen sind mittlerweile mit Hilfe von Gentests einfach nachzuweisen. Beide Krankheiten werden autosomal rezessiv vererbt. Das bedeutet, dass eine Katze nur erkrankt, wenn sie je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter erhalten hat. Träger, d. h. Tiere mit nur einem betroffenen Gen können zwar selbst nicht erkranken, geben aber diese Erbanlage evtl. an ihre Nachkommen weiter, weshalb zwei Trägertiere niemals miteinander verpaart werden.

Ebenso eine vererbbare Krankheit ist die Patellaluxation (PL), dies ist eine Missbildung des Kniegelenks bzw. der Kniescheibe und bewirkt somit ein häufig wiederkehrendes Herausspringen der Kniescheibe aus ihrer Gelenkfläche. Die Untersuchung auf PL kann ein entsprechend geschulter Tierarzt vornehmen.

Ein verantwortungsvoller Züchter wird bei seinen Tieren vor dem Zuchteinsatz die entsprechenden Tests durchführen.